Die Arbeitsgemeinschaft von U. Häßler und D. Wüller

Offene Seminare

Rahmen

Online-Workshops

 

Bilddatenformate: Warum es so viele davon gibt

Bei den Bilddatenformaten herrscht große Artenvielfalt. Aber hinter den Kulissen ist die Viefalt überschaubar, denn nur wenige Formate sind „Generalisten“ auf der einen Seite und liefern auf der anderen Seite professionelle Funktionalität.

formattitel.jpg Verschiedene Formate bringen verschiedene Optionen mit: TIFF ist ein Alleskönner, aber ein großer Teil seines Potentials wird bislang nur von wenigen Anwendungen unterstützt – z.B. die verlustfreie Komprimierung. Also wird zusätzlich JPEG benötig, damit das Bildmaterial noch durch enge Datenleitungen passt. EPS widerum ist ein Zwitter, der sowohl Pixelbilder wie digitale Fotografien als auch die Grafiken aus Illustrationsprogrammen speichern kann. In der Tat ist im Alltag des Bildes eine große Spannbreite an Funktionalität gefordert:

Transparenz

Das gedruckte Bild ist nicht immer schlichtweg viereckig. In Katalogen und Flyern werden Produkte ohne Hintergrund gedruckt, in der Broschüre legt sich die Landschaft mit einer butterweichen Vignette zum Teil hinter den Text. Dafür wird entweder ein hauchdünner „Pfad“ um das Motiv aufgespannt (der Beschneidungspfad) oder ein zusätzlicher Maskenkanal (der Alphakanal) enthält die Informationen, welcher Teil des Bildes im Druck sichtbar werden soll.

Farbmanagement

Damit Farben von Monitor zu Monitor, im Druck und im Internet konsistent dargestellt werden können, enthalten einige Bilddatenieformate die Informationen über den Farbraum, in dem sie erzeugt oder bearbeitet worden sind: das ICC-Profil.

Komprimierung

Wenn Bilder zu groß für den Datentransfer sind, werden sie komprimiert. Einige Bilddatenformate können das Bild verlustfrei komprimieren, erreichen dabei aber nur eine unwesentliche Verkleinerung des Speicherbedarfs, andere Formate lassen das Bild auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe schrumpfen, können dabei aber der Qualität schaden.

Farbtiefe

Das moderne Bild will mehr als 8 Bit Farbtiefe. Die meisten Scanner und viele digitale Kameras erfassen das Bild bei höheren Farbtiefen, die sich insbesondere bei nachträglichen Korrekturen in der Bildbearbeitungssoftware als Qualitätsgarant erweisen.

Farbseparation

Für den Druck in Zeitschriften und Broschüren wird das Bild in den CMYK-Farbraum des Vierfarbdrucks umgewandelt. Nur wenige Formate können Bilder mit vier Farbkanälen speichern.

Illustrationen und Schriften

Vektorgrafiken wie Bilder aus Freehand oder Illustrator und Schriften können nicht verlustfrei in Pixeldaten umgewandelt werden. Hier ist vielmehr ein Bildformat erforderlich, dass die Kurven der Illustration und Schriften erhält.

Transparenz

Das gedruckte Bild ist nicht immer schlichtweg viereckig. In Katalogen und Flyern werden Produkte ohne Hintergrund gedruckt, in der Broschüre legt sich die Landschaft mit einer butterweichen Vignette zum Teil hinter den Text. Dafür wird entweder ein hauchdünner „Pfad“ um das Motiv aufgespannt (der Beschneidungspfad) oder ein zusätzlicher Maskenkanal (der Alphakanal) enthält die Informationen, welcher Teil des Bildes im Druck sichtbar werden soll.

TIFF Tagged Image File Format für das Bildarchiv

formattif.jpgGenerell ist TIFF das Dateiformat der Wahl, wenn es darum geht, Bilddaten ohne Qualitätsverlust zu speichern, zu archivieren, in Satzdateien zu platzieren oder zu belichten. TIFF eignet sich in besonderem Maße für den Druck, da es sowohl ICC-Farbmanagement, Farbseparation und den Beschneidungspfad für Bildmotive ohne Hintergrund speichern kann. Für die Archivierung ist die verlustfreie Qualität des TIFF-Bildes gefragt, um so mehr, als TIFF auch Bilder in 16 Bit Farbtiefe speichert. TIFF ist ein Format, das weiter entwickelt und gepflegt wird und so auch die notwendige Sicherheit für die Zukunft bietet.

Zu den neuen Techniken des TIFF-Bildes gehören eine Komprimierung nach dem JEPG-Verfahren, Ebenen a la Photoshop und Transparenz. Es wird allerdings noch geraume Weile dauern, bis diese neuen Eigenschaften von anderen Anwendungen als Photoshop unterstützt werden.

Die neuen Optionen des TIF-Formats werden ab Photoshop 6 angezeigt, wenn in den Voreinstellungen Erweiterte Optionen aktiviert wurde. In älteren Versionen sind sie überhaupt nicht zu sehen, da sie zu dieser Zeit noch kein Teil des TIFF-Standards waren.

JPEG Joint Photographer Expert Group für das Bildarchiv und Internet

formatjpg.jpg Kaum weniger professionell präsentiert sich JPEG. Genauso wie TIFF kann JPEG separierte Bilder für den Druck speichern und verkleinern, mit dem ICC-Profil umgehen und einen Pfad für freigestellte Motive mitliefern. Bei Bildern mit mehr 8 Bit Farbtiefe hingegen verweigert JPEG.

Der Umgang mit JPEG-Bildern ist einfach gestaltet: Je höher die Qualität beim Speichern ist, desto größer wird die komprimierte Datei. Unter den drei Optionen Baseline, Baseline optimiert und Mehrere Durchgänge empfiehlt es sich, Baseline einzustellen – das garantiert die höchste Kompatibilität mit den verschiedenen Anwendungen vom Browser bis zum Satzprogramm.

Trotz aller Befürchtungen kommt es beim Speichern mit hoher Qualität kaum zu sichtbaren Qualitätsverlusten. Problematisch ist allenfalls ein wiederholtes Speichern und Komprimieren des JPEG-Bildes, denn dabei potenzieren sich die „JPEG-Artefakte“, die Kästchenbildung der starken Komprimierung, und nach und nach tritt eine sichtbare Weichzeichnung des Bildes ein.

Ein kleiner Hinweis noch: Bei Bildern, die für das Internet als JPEG gespeichert werden, empfiehlt sich die Funktion Für Web speichern in Photoshop. Die hier angebotenen Optionen sind speziell auf die Darstellung des Bildes im Internet gedacht.

EPS Encapsulated PostScript für den Offsetdruck

formateps.jpg Hier ist der Exot unter den Bilddatenformaten. EPS ist ein „Zwitter“ und vermag sowohl mit den Vektordaten der Illustrationsprogramme umgehen als auch mit der Pixelmatrix aus der Digitalkamera oder dem Scanner.

Vielfach wird EPS immer noch bevorzugt, wenn Motive mit einem Pfad gedruckt werden sollen, da ältere Belichter schon mal Probleme mit dem Beschneidungspfad des TIFF-Bildes haben können.

formateps2.jpg Da EPS ursprünglich für Illustrationen gedacht war, die aus Kurven und nicht aus Pixeln zusammengesetzt sind, kann ein EPS-Bild im Grunde genommen auf einem Monitor gar nicht dargestellt werden. Darum wird ein kleines Vorschaubild mitgespeichert, das für die Bildschirmdarstellung benutzt wird. Im Satzprogramm und auf einem Drucker ohne Postscript sehen EPS-Bilder darum immer schlecht und pixelig aus.

PSD – das Photoshop-Hausformat für die Arbeitsversion

PSD wird im Wesentlichen „intern“ und selten für den Datenaustausch eingesetzt, da nur wenige Anwendungen dieses Format beherrschen. Als PSD werden Montagen und Bilder mit Schriften gespeichert, damit die Ebenen, Masken und Effekte des Projekts bestehen bleiben.

PDF Portable Document Format

formatpdf.jpgAuch PDF dient immer häufiger als Bilddatenformat. Photoshop 7.0 hat dementsprechend PDF bereits in die Liste der Exportformate aufgenommen und bietet das Speichern eines Bildes als PDF an. Besonders für Fotografen ist PDF ein interessantes Format: Es speichert Bilder mit Passwortschutz und kann die Ausgabequalität beschränken, so dass ein Interessent ein Bild zwar hochauflösend auf dem Monitor betrachten, nicht aber drucken kann.
Infomaterial für den Download

Download Adobe Acrobat Reader

Copyright © 2010 Media Engineering
Alle Rechte vorbehalten
Nutzungsbestimmungen ImpressumWebdesign & Programmierung 11media.net