Elektronische und optische Datenträger
Über die physikalische Haltbarkeit elektronischer Datenträger gibt es kaum sichere Erkenntnisse. Die National Agricultural Library (NAL) und die National Archives and Records Administration (NARA) der Vereinigten Staaten setzen auf Magnetbänder der Klasse 3480; die Nationalbibliothek Norwegens hingegen verwendet goldene CDs und archiviert sie in einem atombombensicheren aufgelassen Bergwerk bei Mo i Rana.
Speicherbibliotheken - Digitale Bibliotheken: Wissen verteilen und bewahren von Elisabeth Böllmann von Klostermann, Vittorio (1998)
Elektromagnetische Speichermedien wie Disketten, Festplatten, Streamerbänder, ZIP-Medien etc. ähneln vom Aufbau her dem Magnetband, d.h., die Information wird in einer magnetisierten Metalloxidschicht auf unterschiedlichen Trägern gespeichert. Eine Besonderheit ist die enorm hohe Informationsdichte, die einem Staubkorn bei der Abtastung die Wirkung eines Felsbrockens verleiht. Die entstehenden Schäden können sich dann nicht nur in einem vom Videoband bekannten Drop-out (kurzzeitiger weißer Blitzer in einer Videozeile) äußern, sondern zu einem völligen Signalzusammenbruch führen. Kleinere Informationsverluste gleicht die elektronische Fehlerkorrektur dagegen problemlos aus.
CD-ROM
Die CD-ROM ist bei allem fragilen Aussehen ein äußerst stabiles Medium. Die Behandlung durch den Benutzer ist das eigentliche Kriterium für ihre Haltbarkeit. Fingerabdrücke, Kratzer, falsche Reinigung (nicht kreisförmig!) und Hitzeeinwirkung verursachen physikalische Defekte.
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Die datentragenden Schichten einer CD sind durch eine Lackschicht geschützt, die durch Alkohol und Verdünner (auch durch Schweiß und Eding-Stife!) aufgelöst werden kann. Falsch ist allerdings das Gerücht, dass die datentragende Schicht einer CD altert und sich auflöst.
Die CD ist eine Scheibe aus glasklarem, dauerhaften Polycarbonat, in die oben eine von innen nach außen laufende Spiralspur mit mikroskopischen Vertiefungen (Pits) für Daten in binären Form (Pit und Nicht-Pit) aufgeprägt ist. Damit der Laserstrahl die Daten auslesen kann, muss die Scheibe ihn reflektieren; damit sie reflektiert, wird von oben eine spiegelnde Metallschicht aufgespüht, die wiederum mit einer Schutzschicht aus Acryllack gesichert ist. Gelesen wird die Scheibe von unten.
Heute werden meist Chrom-Aluminium-Legierungen verwendet und die Lebensdauer der CD liegt damit bei 50 bis 80, vielleicht sogar 100 Jahren und den echt goldenen und damit gegen das Rosten gefeiten CDs zum Selberbrennen sogar 200 Jahre. Wie die Plastikstoffe im Verbund allerdings tatsächlich altern, weiß natürlich kein Mensch. Ihren guten Ruf tragen sie also zu Recht: eine hohe Speicherkapazität zu geringem Preis gepaart mit einer hohen Datensicherheit.
Aber das ist alles graue Theorie, denn auch die Behandlung und die Lagerung spielen eine Rolle. Tiefe Kratzer, Schmutz, Fett, ungeeignete Filzstifte, Fingerabdrücke und Verbiegungen, aber auch extreme Klimaeinflüsse wie starke Hitze, UV-Licht oder Luftfeuchtigkeit rufen chemische Reaktionen hervor, die zum Datenverlust führen können.
CDs/DVDs sollten nach dem Beschreiben zumindestens stickprobenweise sofort geprüft werden. Billige CDs aus dem Supermarkt fallen immer wieder schon nach wenigen Jahren aus, die selbst gebrannten CDs fallen schneller aus als hochwertige Musik-CDs oder die Original-CD mit der Office-Software vom Hersteller …