Die Wirkung der Brennweite
Die Brennweite wird auch noch von erfahrenen Fotografen immer wieder unterschätzt: Sie hat einen großen Einfluss auf das Bild. Wer fotografiert und den Zoom einsetzt, um das Bild näher heranzuholen, betreibt keine Bildgestaltung, sondern erzeugt eine Ausschnittsvergrößerung. Der Bildaufbau ändert sich nicht, wenn die Position nicht geändert wird.
- 28 mm, entspricht 42 mm beim Kleinbildfilm. Das ist schon eine “Normalbrennweite”
- 40 mm (60 mm entspr. KB) sind noch zu kurz für ein Gesichtsporträt, aber schön, wenn der ganze Oberkörper abgelichtet wird.
- 40 mm (60 mm entspr. KB) sind noch zu kurz für ein Gesichtsporträt
- 75 mm (110 entspr. KB) machen schon angenehme persönliche Porträtaufnahmen
- 55 mm – das sind 80 mm entspr. KB – immer noch ausreichend Abstand halten.
- 55 mm (80 mm entspr. Kleinbildfilm) sind schon eine schöne Brennweite für Porträts.
Je nachdem, wie groß der Sensor ist, hat die Brennweite eine andere Wirkung.
SLR mit einem APS-C-Sensor wie die Nikon D5000 | Pentax: Brennweite mit 1,5 multiplizieren.
SLR mit einem Four-Thirds-Sensor wie die Olympus: Brennweite mit 2 multiplizieren.
Kompaktkameras: Brennweite mit etwa 5 multiplizieren.
Kleine Brennweiten ( kleiner als 50 mm ) verstärken das Gefühl von Tiefe und Plastizität beim Motiv, sie rücken aber auch das Motiv weiter vom Hintergrund weg.
Große Brennweiten (größer als 70 mm) verflachen die Form und die Plastizität des Motivs geht verloren. Der Hintergrund rückt näher an das Motiv.
Gut hinsehen: Beim Bild mit der großen Brennweite (links) erscheint die Figur im Hintergrund viel näher und größer. Sehen Sie noch ein wenig genauer hin: Die Figur im Vordergrund wirkt bei einer großen Brennweite etwas rundlicher … aber das steht ihr doch gut, gelle?
Brennweite für Porträtaufnahmen
Bei Porträts gefallen sich die Fotografierten besser, wenn lange Brennweiten eingesetzt werden. Die klassische Porträtbrennweite liegt zwischen 70 bis 130 mm – an digitalen SLRs wie der Nikon (D5000, Nikon D90, Canon 50D) sind das 55 bis 85 mm, bei der Olympus mit dem Four-Thirds-Sensor sind das 35 bis 65 mm. Das ergibt realistische, plastische Porträts.
Längere Brennweiten »schönen« und wirken besonders gefällig. Die Titelbild-Schönheiten werden darum mit riesig langen Brennweiten fotografiert. Allerdings hat diese Technik auch einen Haken: Extrem große Brennweiten machen auch ein wenig dick.
Porträts mit Normabrennweite
Obwohl die Normalbrennweite – so wie wir mit unseren Augen sehen – bei 50 mm angesetzt wird (das sind heute 35 mm an den Spiegelreflexkameras mit einem APS-C-Sensor und 25 mm an der Olympus mit dem Four-Thirds-Sensor), sind Porträts mit der Normalbrennweite eine Kunst für sich. Da sollte es lieber der ganze Oberkörper ins Bild gesetzt weden, damit die Wirkung der Brennweite schwächer wird – alle fotografischen Effekte sind um so stärker, je größer das Motiv im Foto abgebildet wird.





