Die Haltbarkeit der Medien

2007bilddatenbanken.jpg Wenn die Farben verblassen ... Die Bildarchive dieser Welt befinden sich in heller Aufregung: Gute fünfzig Jahre ist das Farbdia alt und seine Gnadenfrist beginnt jetzt.

Zu Bewußtsein gekommen ist uns dieses Dilemma erst in jüngster Zeit: Viele der Materialien, aus denen Fotografien aufgebaut sind – Silber und Farbstoffe, Trägermaterialien und Bindemittel – sind instabil. Sie werden durch Licht, Feuchtigkeit und Wärme zerstört. Der analoge Film leidet unter Feuchtigkeit, Hitze und Licht. Feuchtigkeit und Wärme zerstören das Filmmaterial und fördern das Wachstum von Pilzen und Schimmel, zerstören Diarahmen aus Pappe, Kunststoff oder Glas.

Natürlich verlängert eine sachgemäße Lagerung die Lebensdauer des Dias, aber fast immer erschwert sie den Zugang und die Nutzung des Archivs. Ein extremes Beispiel ist das Archiv der Norwegischen Nationalbibliothek, das in einem ehemaligen Eisenerzlager nördlich des Polarkreises angelegt wurde, um die Kosten für die Kühlung zu sparen. Ein langer Anfahrtsweg und eine langwierige Akklimatisationszeit verhindern eine einfache Nutzung des Archivs.

Im Schwarzwald, in einem stillgelegten Bergwerk bei Oberried, schlummern die Mikrofilme der deutschen Archive bei 10° und exakt definierter Luftfeuchtigkeit.

Schnell gescant – die Lösung aller Probleme?

Kaum ein Fotograf, der sich die Frage nach der Digitaliserung seiner Aufnahmen nicht gestellt hätte. Mit dem Preissturz und gleichzeitigem Qualitätszuwachs der Scanner um das Jahr 2000 lag die professionelle Bilderfassung in hohen Auflösungen und Farbtiefe offen für ambitionierte Sammler.

Aber bereits nach den ersten Scans fällt auf, dass schon das Kleinbilddia - mit 2500 bis 3000 dpi gescannt - satte 28 MB digitaler Daten auf die Platte bringt. Mit rund 25 unkomprimierten digitalen Aufnahmen ist eine CD-ROM, der ehemalige Liebling der digitalen Archivare, bereits aufgefüllt und wer sich dem Mittelformat verschrieben hat, kann kaum ein knappes Dutzend auf die Silberscheibe packen.

Auch die DVD bringt keine wirkliche Abhilfe, denn heute bringt die Digitalkamera auf kleinen Speicherkarten locker einige Gigabyte von einem einzigen Shooting auf die Festplatte des Rechners. Der Stapel der DVDs wächst viel zu schnell. Wer eine Auswahl von Fotos aus den letzten Jahren zusammenstellen will, wird zum Disk-Jockey.

100 und mehr Jahre für die CD oder DVD?

Auch wenn Kodak ihren CDs eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr garantiert – die Garantie ist bloße Theorie, denn vorgelebt hat uns das Medium eine derartige Halbwertzeit noch nicht und die silberne oder goldene Oberfläche erscheint uns allen fragil.

Ist eine Lösungen für das Bildarchiv in Sicht, mit einem schnellen Zugriff auf die Bilddaten, einem geringen Verwaltungsaufwand und schnellem Suchen, mit der hohen Sicherheit eines langlebigen Mediums?