Bilddaten organisieren: Bildarchive

Wo die Flut der digitalen Bilder früher durch sorgfältig angelegte Scans noch begrenzt war, ist der Finger bei der Digitalkamera schnell am Auslöser und weder die Kosten für Filmmaterial noch die Kapazität der Speichermedien hemmen den Hang zur Perfektion. Wer bringt es schon übers Herz, die zehn besten Aufnahmen des Palio in Siena zu bestimmen und die restlichen 150 Bilder im digitalen Papierkorb zu versenken?

Wenn wir hinterfragen, wo die Kosten für das Bildmaterial im Unternehmen, in Agenturen oder Studios oder einfach bei Fotos eines ambitionierten Fotografen liegen, so ist uns selten bewusst, dass die wirklichen Kosten (in privaten Archiven der größte Zeitaufwand) nicht in der Erstellung der Bilder liegt, sondern dass die dauerhafte Speicherung der Medien und insbesondere die Veröffentlichung von Bilder mehr kosten als die Erstellung oder Erfassung der Bilder.

Die versteckten Kosten für Bildmaterial, Fotos und Videos

Noch mehr Zeit allerdings fließt bei einer dauerhaften Nutzung der Medien in die Verwaltung und Organisation der Daten. Das ist nichts Neues – in analogen Archiven waren die nachgelagerten Kosten sogar meist noch höher. 

Aber auf der anderen Seite liegt der größte Kostenfaktor (im privaten Fotoarchiv der Zeitfaktor) in der Suche nach Bildern, wenn das Bildmaterial nicht erschlossen ist.  

Ein Grund für diese versteckten Kosten für das Bildmaterial liegt in der geringen Erfahrung, die wir mit der Organisation von Bildern aufweisen können. Es gibt keine eingeschwungenen Arbeitsabläufe.

Im Unternehmen sammelt und organisiert jede Abteilung ihre eigenen Medien. Im privaten Archiv ist der Fotograf schon glücklich, wenn er seine Bilddatenbank anhand von Thumbnails verwalten kann.

Und während wir ein ganzes Netzwerk und Datenbanken problemlos nach Stichwörtern durchsuchen können, gibt es für Bilder keine andere Wahl: Erst Metadaten, die zusätzlich zum Bild erfasst werden müssen, eröffnen uns den Weg zu einem Bild oder Film. 

Vorbereitung und Planung von Medienarchiven

Vor dem Aufbau einer Mediendatenbank unterliegt die Verwaltung von Medien meist dem Betriebssystem in enger Arbeitsgemeinschaft mit dem Gedächtnis der Beteiligten. Entweder gibt es einen physikalischen Speicher, z.B. eine Festplatte, auf der die Medien durch Ordner in Kategorien aufgeteilt sind, oder Medien liegen auf verteilten Medien wie DVD oder CDs oder diversen Netzwerkordnern vor. 

Wenn der Entschluss gefasst wird, die Medien durch eine Bilddatenbank zu verwalten, steht immer zuerst die Software im Vordergrund – mit der Hoffnung, ein Programm alleine könne die Medienflut organisieren. 

Aber ebenso wichtig ist die Frage, auf welchen physikalischen Speicher zurückgegriffen wird und mit welchen Ordnerstrukturen das Medienarchiv unterstützt wird. 

Wer das Thema Bilddatenbanken angehet, sollte sich zuvor mit IPTC und XMP vertraut machen. Wenn die Software für die Bilddatenbank IPTC und XMP nicht unterstützt, dann fließen unzählige Arbeitsstunden in ein Programm, dass vielleicht eines Tages nicht mehr nutzbar ist, zu enge Grenzen setzt und den Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Dann wäre ein großer Teil der Arbeit in den Sand gesetzt. 

Am Ende muss eine Strategie für die Verschlagwortung erarbeitet werden, denn für den Suchenden sind die Schlagwörter der Schlüssel zu den Medien. Stellen Sie sich vor, dass jedes Schlagwort zu einer Kategorie wird, denn ein wesentliches Merkmal von Bilddatenbanken ist, dass alle Medien in mehr als eine Kategorie passt. Eine unkontrollierte Vergabe von Schlüsselwörtern führt zu einer starken Fragmentierung der Kategorien.