Digitale Archive: eine fragile Kette

Es gibt jede Menge guter Gründe, sich mit digitalen Bildern anzufreunden oder zumindest abzufinden. Hierzu zählt verlustfreies Kopieren, der vereinfachte Zugriff, die Schonung der Originale und die theoretisch unbegrenzte Haltbarkeit digitaler Daten.

Aber digitale Bilder dürfen nicht für sich allein betrachtet werden, vielmehr sind sie umgeben von Prozessen und Techniken: der Bilderfassung mit dem Scanner, dem Computer, dem Laufwerk des Mediums und der Software, Druckern und Bildschirmen. Erst das Zusammenspiel all dieser Komponenten bestimmt die Qualität, den Nutzen und auch die Haltbarkeit des digitalen Bildes.

Während der Nitrofilm unbrauchbar wird, weil er schlichtweg dahinschmilzt oder in Flammen aufgeht, bleiben uns die Bildarchive auf CD-ROMs verschlossen, wenn es keine CD-Laufwerke mehr gibt, um sie auszulesen.

Werden unsere Enkel noch ein CD-ROM-Laufwerk haben?

Wie lange wird es wohl noch CD-ROM-Laufwerke geben? Die alten 15 1/4“-Disketten aus den 70igern und 80igern, liebevoll „Floppys“ genannt, auf denen die Autorin ihre ersten digitalen Texte gespeichert hat, sind heute schon ein Fall für das Industriemuseum.

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Die nächste Generation, die 5 1/4“-Diskette, wird als Medium noch lange halten, wenn sie vernünftig behandelt wird (im Gegensatz zu den immer wieder ausgepackten Gerüchten entmagnetisieren sich Datenträger nicht; nur die Nähe eines starken Trafos, Schmutz und mechanische Beschädigungen machen ihnen zu schaffen). Aber wer hat heute noch einen Rechner mit Diskettenlaufwerk?

Software zum Auslesen alter Datenbestände

Apple verzichtete als erster Computerhersteller auf die Laufwerke. In den Zeiten von Internet und CD-ROM wurde die Diskette schlichtweg unbrauchbar. Die CD wird heute zwar noch vom DVD-Laufwerk des Rechners gelesen, aber die Tage der DVD-Laufwerke sind bereits gezählt.

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Wie also wird es in zehn Jahren aussehen? Heute können wir zwar für kleines Geld noch ein externes Diskettenlaufwerk finden, in zehn Jahren kaum noch. In zehn Jahren wird kein Computer mehr mit DVD-Laufwerk auf den Markt kommen, das kurze Jahrzehnt der Videos auf DVD geht dem Ende entgegen.

Aber auch wenn wir in 20 Jahren noch Disketten- und DVD-Laufwerke auftreiben: Wird die Software im Jahr 2030 noch eine Powerpoint-Präsentation öffnen? Grafiken aus Corel Draw aus den 90iger Jahren? Das eine oder andere Datenformat wird bald ebenfalls zum Auslaufmodell und es würde eine guten Programmierer erfordern, meine Grafiken und Texte wieder ans Tageslicht zu holen.