Bilder für das Internet speichern
In der guten alten Zeit des Webs haben wir unsere Bilder auf Briefmarkengröße verkleinert und sie dann auf Teufel komm raus komprimiert. Mit den hohen Übertragungsraten der DSL-Verbinden ist die extreme Komprimierung von fotografischen Bildern nicht mehr gefragt. Gefragt ist vielmehr Qualität und die korrekte Darstellung von Farben.
Es wird Zeit, sich um eine moderne Technik für das Speichern von Fotos für das Internet zu kümmern, denn ein paar Punkte der klassischen Tortur für schlanke Bilder sollten einer deutlich sanfteren Behandlung weichen.
Photoshop »Für Web und Geräte speichern«
Wenn Programme wie Adobe Photoshop mit der Funktion »Für das Web speichern« für die minimale Bildgröße sorgen, gewinnen sie ein paar Kilobytes, weil sie neben der Komprimierung den „Ballast“ des Bildes entsorgen. Zu diesem Ballast zählen
- die Exif-Informationen,
- der IPTC-Header,
- das ICC-Profil des Bildes,
- sowie das eingebettete Vorschaubild.
Das ICC-Profil könnten wir im Grunde genommen ohne weiteres entsorgen, schließlich müssen wir Bilder immer noch im sRGB-Farbraum für das Internet speichern, solange Internet Explorer das Farbmanagement des ICC nicht unterstützt. Mit »Für Web und Geräte speichern« kann die Transformation in den sRGB-Farbraum automatisch ausgeführt werden.
sRGB als sichere Basis für Bilder im Web
So lang digitale Aufnahmen mit einem sRGB-Profil vorliegen, ist das Profil für die Darstellung in einem Browser nicht erforderlich. Wer allerdings Bilder in der Kamera z.B. mit einem AdobeRGB-Profil erfasst hat, zeigt sich der Unterschied zwischen der Darstellung in Photoshop (mit Color Management) und in Internet Explorer auf dem PC deutlich in einem Verlust der Brillanz. AdobeRGB-Bilder wirken flau und ungesättigt, wenn sie von einem Browser ohne Farbmanagement angezeigt werden.
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Komprimierung
- Eine Komprimierung auf 70 bis 80% ist gut genug. Ein Qualitätszugewinn tritt jetzt kaum noch ein, auch wenn 100% eingestellt wird.
- sRGB als Farbraum sollte bei Bildern für das Internet immer einstellt sein.
Bilder in den sRGB-Farbraum konvertieren
Um zu einer verlässlichen Darstellung zu kommen, konvertieren wir das Bild in den sRGB-Farbraum (falls es nicht schon in einem sRGB-Farbraum vorliegt) und werfen das Profil weg. Das Problem, dass die Monitore der meisten Besucher nicht kalibriert sind, wird auf diese Weise zwar nicht beseitigt, wir können aber davon ausgehen, dass Monitore, die nicht älter als ein oder zwei Jahre sind, tatsächlich ein verlässliches sRGB zeigen (falls ihre Besitzer Helligkeit und Kontrast nicht verstellt haben).
Wer jetzt befürchtet, dass er durch die Transformation von AdobeRGB oder ColorMatch in sRGB seinem Bild „etwas nimmt“, kann sich entspannt zurücklehnen: Von einem Qualitätsverlust ist in Photoshop kaum etwas zu sehen – der entsprechende Rendering Intent sorgt aber dafür, dass der Bildcharakter erhalten bleibt. Auf jeden Fall aber sehen wir das Bild jetzt in Photoshop so, wie es auf dem durchschnittlichen Monitor wirken wird.
Auf das Vorschaubild kann im Internet allerdings verzichtet werden. Nun ist es zwar einfach, das Bild in sRGB zu transformieren (unter Bild/Modus/In Profil konvertieren), wie aber wird man das Profil los? Beim Speichern: Entweder beim »Für Web und Geräte speichern« oder beim normalen »Speichern Unter« das ICC-Profil nicht einchecken.
Wer EXIF und IPTC erhalten will, muss das Bild durch den ganz normalen »Speichern unter«-Prozess schicken.
Der Workflow für Bilder im Internet
- Prüfen, ob das Bild im sRGB liegt. Wenn nicht, in den sRGB-Farbraum konvertieren (unter Bild/Modus/In Profil konvertieren).
- Wenn IPTC- und EXIF-Tag erhalten bleiben sollen, das Bild in Photoshop mit „Datei/Speichern unter“ speichern. Zuvor unter den Voreinstellungen von Photoshop das Speichern des Vorschaubildes deaktivieren, denn das Vorschaubild macht den größten Teil des zusätzlichen Speichers aus, der durch den Befehl Datei/Speichern unter im Vergleich zu Für Web speichern verbraucht wird. Die verbleibende, relative kleine Differenz gebührt dem EXIF- und dem IPTC-Tag des Bildes.
- Bildqualität beim Komprimieren mit Für Web speichern auf 70 bis 80 auf der Skala von 0 bis 100 einstellen. Mehr als 80% bringt bei der Betrachtung in Originalgröße keinen Qualitätsgewinn, die Bildgröße steigt aber ab 80 überproportional. Das gilt genauso für »Speichern unter«: Bildqualität auf 7 bis 10 einstellen, denn eine höhere Einstellung der Qualität lässt auch hier die Bildgröße aufgehen wie einen Hefeteig, ohne ein Quäntchen sichtbarer Qualität einzubringen.
- Wieder einmal gilt: Es kann nur Einen geben. Das Bild sollte nur einmal als JPEG gespeichert werden, denn es leidet sofort, wenn es geöffnet, bearbeitet und ein weiteres Mal als JPEG gespeichert wird.


