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Gruppenfotos: Bewegung scharf stellen und fotografieren

Bewegung und vor allem Sport zu fotografieren ist Übungssache und eine Frage der Planung. Fotografiere ich ein Motiv, das auf mich zukommt? Oder wird das Motiv in einem bestimmten Abstand an mir vorbeilaufen? Auf jeden Fall: Gruppenfotos sind immer ein Fall für die Serienfoto-Funktion der Kamera.

Nicht einmal ein Profi würde versuchen, mit nur einer Aufnahme bei einem Gruppenfoto auszukommen.

Im Fotokurs für Einsteiger üben wir die Einstellungen für ein dynamisches Gruppenfoto: Statt die Gruppe aufzustellen und stehen zu lassen, marschiert die Gruppe auf den Fotografen zu.

Wer sich bewegt, kneift die Augen nicht zu, sieht locker aus und fragst sich nicht, wohin mit dem Armen.

Gruppenfoto - Aufstellung

Gruppenfotos ohne Regie – das geht selten gut. Eine gute Aufstellung der Gruppe verhindert, dass der Autofokus hinter der Gruppe landet: Keine Lücken zwischen den Guppenmitgliedern lassen, durch die der Autofokus in den Hintergrund schlüpft.

Platz lassen und eine kleine Brennweite – z.B. 20 - 40 mm – einstellen, damit die Gruppe im Bild bleibt, wenn sie dem Fotografen immer näher kommt.

gruppenfoto-aufstellung

Eine »Schachbrett-Aufstellung« verhindert, dass der Autofokus verloren geht und gleichzeitig sind in der zweiten Reihe nicht nur die Köpfe im Bild.

Gruppenfoto in Bewegung

Das Programm für die Gruppenfotografie

Hier sind zwei Varianten für die Einstellung der Kamera für bewegte Motive:

  • mit der Blendenvorwahl (Programm A bzw. AV),
  • mit der Zeitvorwahl (S oder TV).

Es gibt auch noch eine dritte Variante: Das ist das Szenenprogramm »Sport« der Kamera. Das Programm »Sport« ahmt die Einstellungen erfahrener Fotografen nach – allerdings hat der Fotograf im Programm Sport keinen Einfluss auf die Blende und die Belichtungszeit und muss sich darauf verlassen, dass die Kamera ihr Bestes gibt.

Die Blendenvorwahl im Programm A / AV ist optimal bei gutem Licht, wenn z.B. bei der Ankunft der Läufer im Ziel der Sieger scharf ins Bild gesetzt werden soll, das Feld dahinter ruhig schon unscharf werden darf (große Blende) oder wenn das ganze Feld der Läufer noch in der Schärfe liegen soll (kleine Blende).

Die Variante mit der Zeitvorwahl pfeift auf differenzierte Betrachtungen und bietet mehr Sicherheit – dafür verzichtet der Fotograf auf die Bestimmung der Schärfentiefe. Um schnellere Sportarten zu fotografieren, zählt nur die kurze Belichtungszeit. Ob es nun eher 1/500 oder 1/1000 sek sein muss, hängt von der Entfernung ab:

Je näher die Gruppe herankommt und um so größer sie ins Bild gesetzt wird, desto kürzer muss die Belichtungszeit werden.

Bewegung mit Blendenvorwahl

Bei sehr gutem Licht

  1. Programm A bzw. AV (Canon) einstellen
  2. Blende für eine kürzere (bis F6) bzw. längere Schärfentiefe (bis F9) wählen
  3. Belichtung messen: Auslöser antippen
  4. Belichtungszeit prüfen: Maximal 1/100 sek, besser 1/200 sek oder kürzer
  5. Belichtungszeit zu lang? ISO einstellen, dass die gewünschte Belichtungszeit erreicht wird.
  6. Wechselndes Licht: Erneut prüfen

Bewegung mit Zeitvorwahl

Bei weniger gutem Licht

  1. Programm S bzw. TV (Canon) einstellen
  2. Belichtungszeit 1/160 (Marschgeschwindigkeit) bis 1/500 (schneller Sport) einstellen
  3. Belichtung messen: Auslöser antippen
  4. Blende prüfen: Für eine große Schärfentiefe ISO so einstellen, dass die gewünschte Blende erreicht wird.

Kontinuierlichen Autofokus

(AF-C bzw. AF-Servo bei Canon)

Serienbild-Funktion einstellen

Die Serienbild liegt auf fast allen Kameras auch auf einem Knopf auf der Rückseite der Kamera.

Draufhalten und aufpassen, dass das Motiv ungefähr in der Mitte des Sucherrahmens bleibt, damit der Autofokus nicht die Hecke im Hintergrund erwischt.

Wenn das Motiv auf den Fotografen zukommt, muss der Autofokus ohne Unterbrechung fokussieren. Jetzt dürfen schnelle Kameras zeigen, was sie drauf haben: Wieviele Serienaufnahmen pro Sekunde schafft das gute Teil?

Selbst für einen Fußgänger, der auf den Fotografen zukommt, darf nur eine kurze Belichtungszeit von etwa 1/100 bis 1/200 sek erzielt werden. Wenn der Fußgänger flott marschiert näher der Fußgänger an den Fotografen herankommt, muss die Belichtungszeit noch kürzer werden.

1/4000 sek Ultraschnelle Bewegung einfrieren
1/2000 sek Den Flug eines Adlers einfrieren
1/1000 sek Autorennen
1/500 sek Radrennen, Läufer, Fußball
1/250 sek Northern Walking
1/125 sek Fußgänger
1/60 sek Mitziehen beim Autorennen in großer Entfernung
1/30 sek Mitziehen beim Radrennen
1/15 sek Mitziehen bei spielenden Kindern und laufenden Hunden
1/8 sek Springbrunnen zu Eis
1/4 sek Mitziehen bei Fußgängern
1/2 sek Langsam fließendes Wasser wird zu Eis

Wer sonst immer im RAW-Format fotografiert: Bei Serienaufnahmen im RAW-Format wird die Kamera zur Schnecke.

Programm »Sport« für hohe Sicherheit

Das Programm »Sport« aus den Szenenprogrammen der Kameras ahmt die Einstellungen eines erfahrenen Fotografen nach: Die Kamera gibt eine möglichst kurze Belichtungszeit vor, den kontinuierlichen Autofokus (AF-C oder AF Servo an Canon-Kameras) und die Serienfoto-Funktion.

Mit größerem Abstand fotografieren

Eine große Entfernung zum Motiv wählen, damit 5 bis 10 Sekunden Zeit bleiben, bis die Sportler oder Kinder zu nah an den Fotografen herankommen. Die Kamera immer auf einen der Sportler, auf ein Kind oder einen aus der Gruppe halten, damit der Autofokus eine gute Chance hat. Der größere Abstand bringt außerdem eine größere Schärfentiefe ein.

Am Anfang mit einer kleineren Brennweite Fotografieren

Am Anfang mit einer kleineren Brennweite fotografieren. Lange Brennweiten machen zwar viel mehr her, aber bis ausreichend Erfahrung gesammelt ist, geben kürzere Brennweiten mehr Sicherheit.

Dem Autofokus auf die Sprünge helfen

Nicht auf weiße Hemden oder schwarze T-Shirts fokussieren, sondern wir suchen ein kariertes Hemd, einen Schal mit Rosenmuster oder ein kontrastreiches Bild auf einem T-Shirt. Das hält den Autofokus besser bei der Stange.

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